Die Schnittstellen zwischen darstellender und bildender Kunst kennzeichnen den künstlerischen Weg und den Fokus meiner künstlerischen Praxis: angefangen beim Studium der Kunst und Kunstgeschichte in Argentinien, über das Tanzstudium an der Folkwang Universität der Künste, die Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler und Fotographen V.A. Wölfl (u.a. als Mitglied des Ensembles NEUER TANZ) bis hin zu eigenen experimentellen Formaten in Form von TanzPerformances, KUNSTAKT/ONEN, STUDIEN sowie Bildimprovisationen, Zeichnungen, Fotoarbeiten und Objekten heute.

Im Zentrum stehen dabei die Themen menschliche Wahrnehmung, Bewegung und Tanz sowie mögliche Formen ihrer Darstellbarkeit und Sichtbarmachung. Dabei spielt ebenso das Verhältnis von Raum, Bewegung, Körpern und Materialitäten (Körper, Objekte, Sound, Zeichnungen) zueinander sowie zwischen Künstler und Publikum bzw. Kunst und Alltag eine zentrale Rolle. Die Betrachtung des räumlichen und zeitlichen Erlebens im Zusammenspiel der Komponenten schließt hieran an.

Mit diesen Hintergrundgedanken sind das Projekt HOME IMPROVEMENT, das die Vorstellung und Veränderung der Raumwahrnehmung in vier privaten Wohnungen zum Thema hatte sowie die KUNSTAKTION 9 entstanden. Beide experimentellen Formate haben ein gemeinsames Anliegen: sie stehen in einem räumlichen Kontext zur Architektur und der Stadt, sowie in einem direkten und unmittelbaren Kontakt mit dem Menschen.

Im Rahmen des interdisziplinären Künstlertreffens Friday Island zum Thema „The spectator´s role“ in Luxemburg entstanden im Frühjahr 2015 zwei experimentelle Studien, bei denen es um die Beobachtung innerer Bilder der Zuschauer und ein mögliches Verständnis von Tanz und Choreographie ging: STUDIE #1 untersucht im Zusammenhang mit einem Assoziationsverfahren den Einfluss mentaler Repräsentationen auf das Wahrnehmen und Verstehen vom zeitgenössischem Tanz. BEWEGUNGSSTUDIE #1, eine 45-minütige Performance, die auf einem strukturierten Score basiert, knüpft hieran an und fokussiert in einem demokratischen Raum zwischen Performern und Zuschauern auf die Bedeutung innerer Bilder in Bezug auf die Wahrnehmung von Tanz und Choreografie. Mit dem Ziel die inneren Bilder aller Akteure sichtbar zu machen, wurde die Grenze zwischen Produktion und Rezeption aufgelöst.

Einige meiner Arbeiten habe ich mit DIBUJADA unterschrieben. Auf Spanisch, meiner Muttersprache, ist DIBUJADA das Partizip Perfekt des Verbs „dibujar“ also „zeichnen“.

Was mich an der Praxis des Zeichnens interessiert ist die Schulung des aufmerksamen und genauen Sehens sowie die Abstraktion und Reduktion von visuellen Informationen. Was mich am Begriff interessiert sind die verschiedenen Bedeutungsebenen von „zeichnen“ wie „schildern“, „abzeichnen“ (kopieren, signieren), „deutlicher werden“, „sich abzeichnen“. Insbesondere mag ich die Bedeutung des „sichtbar werden“, „offenbaren, was versteckt war“, „sich manifestieren“.